Keilgezinkt bedeutet, dass zwei Vollholzteile durch keilförmige Zinken ineinander greifen und verklebt sind. Dadurch entsteht eine extrem stabile und nahezu verzugsfreie Verbindung zwischen kürzeren Holzstücken zu einem theoretisch unendlich langem Holzstück.

Diese Methode wird beispielsweise bei Leimholzplatten angewendet. Die gibt es mit durchgehenden Lamellen und keilgezinkten Lamellen. Bei durchgehenden Lamellen sind die einzelnen Holzstäbe der Länge nach aneinander geleimt und gehen bis zum Plattenende durch. Bei keilgezinkten Leimholzplatten sind die einzelnen Lamellen auch der Länge nach keilgezinkt aneinander gesetzt. Was sind die Unterschiede?

Stabilität und Länge

Aus technischer Sicht gibt es zwischen durchgehenden und keilgezinkten Leimholzplatten keine gravierenden Vor- oder Nachteile.

Allerdings können keilverzinkte Platten um einiges stabiler sein. Bei einigen tropischen Holzarten ist eine Keilzinkung noch aus einem anderen Grund von Vorteil: durch die Verwendung von kürzeren Holstücken, die dann keilgezinkt verbunden sind, reduziert sich das Verzugsrisiko erheblich.

Tropische Holzarten sind deutlich dichter als heimische Holzarten – dies ist der Grund für die enorme Haltbarkeit. Bei Temperaturschwankungen neigen sie aber auch eher zum Verzug. Daher sind die Pflege- und Verarbeitungshinweise zu beachten, um das Risiko zu minimieren.

Durchgehende Leimholzplatten sind in der Regel nicht länger als zwei Meter und in den meisten Fällen eher kürzer – zumindest was Teakholzplatten angeht. Durch Keilzinkung ist es möglich, auch längere Platten herzustellen, die bis zu drei Meter lang sein können.

Aussehen

Bei der Produktion von Leimholzplatten wird darauf geachtet, dass die verwendeten Holzstäbe farblich ähnlich sind und zueinander passen. Insbesondere bei keilgezinkten Leimholzplatten ist das von Bedeutung, um ein – trotz den holztypischen Farbwechseln – möglichst ruhiges Oberflächenbild zu bekommen.

Umwelt und Preise

Keilgezinkte Leimholzplatten sind ein nachhaltigeres und ressourcenschonenderes Produkt. Bei der Herstellung können auch kürzere Holzstücke verwendet werden und damit wird möglichst viel vom Baum verarbeitet.

Dies ist bei durchgehenden Lamellen nicht möglich. So erklären sich auch die Preisunterschiede zwischen durchgehenden und keilgezinkten Holzplatten: der Verschnitt – der dann nutzlose „Abfall“ – bei der Produktion von durchgehenden Leimholzplatten ist um ein Vielfaches größer. Daher sind solche Platten in der Regel teurer als keilgezinkte Vergleichsprodukte.