Regenwald Brasilien

Betterwood stoppt Holzimport aus Brasilien

Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro treibt die Vernichtung des Regenwaldes massiv voran. Das Holz der geschlagenen Bäume landet auch bei europäischen Holzhändlern. Es wird deklariert als legales Holz aus vermeintlich sicherer Herkunft. Tatsächlich befördert die brasilianische Regierung aber die rasante Vernichtung der Waldflächen, die Vertreibung der indigenen Bevölkerung und das Ausbreiten monokultureller Agrarflächen.

Landwirtschaft statt Regenwald

Bolsonaro wurde am 1. Januar 2019 in sein Amt eingeführt. Am 2. Januar entmachtete er die Behörde Funai (Fundação Nacional do Índio), die für den Schutz der Indigenen zuständig ist. Die indigene Bevölkerung ist ein wichtiger Akteur für den Schutz des Regenwaldes. In ihrem Lebensraum befinden sich viele der letzten intakten Urwaldflächen, da sich die Bevölkerung entschieden gegen Raubbau und die Vernichtung des Waldes einsetzt.

Bolsonaros Außenminister Ernesto Araújo bezeichnet den Klimawandel als Erfindung der Marxisten. Seine Familienministerin Damares Alves hat das Ziel, die Indigenen zum evangelikalen Glauben zu missionieren. Sein Bildungsminister Ricardo Vélez Rodríguez will das Bildungssystem von Linken und Umweltaktivisten „säubern“. Und Bolsonaro selbst ist ein Freund der Rinderfarmer, Holzfäller, Minenbetreiber und Sojabauern. Die mächtige brasilianische Agrarlobby war eine der größten Spenderinnen für seinen Wahlkampf. Jetzt – so scheint es – zahlt er zurück.

44 Prozent des brasilianischen Regenwaldes stehen unter Naturschutz. Knapp die Hälfte davon sind bisher indigenes Territorium. Diese Reservate sollen nun für Rinderzucht, Bergbau und Landwirtschaft geöffnet werden. Die Folgen sind global. Laut dem Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz speichern die Pflanzen im Amazonasgebiet soviel CO2, wie die Menschheit durch ihren Verbrauch fossiler Treibstoffe in knapp zehn Jahren freisetzt.

Kein Holz mehr aus Brasilien

Um die staatlich geförderte Regenwaldvernichtung nicht zu unterstützen, verzichten BioMaderas und Betterwood ab sofort auf den Import von Holz und Holzprodukten aus Brasilien. Bislang galt eine solche selbstauferlegte Importbeschränkung in unserem Unternehmen nur für Myanmar, dem ehemaligen Burma, welches sich durch massive Menschenrechtsverletzungen und Regenwaldvernichtung ins Abseits gestellt hat. Nun hat sich eine der größten Demokratien der Erde und das Heimatland der größten Regenwaldfläche in Bezug auf den Umweltschutz auf die gleiche Stufe gestellt.

Unser Weg im Holzhandel

Bei Betterwood.de gehen wir einen anderen Weg: Unser Ziel ist es, durch die Nutzung nachhaltig bewirtschafteter Waldflächen deren Verdrängung durch die Landwirtschaft zu verhindern. Wir geben dem intakten Wald einen Wert, damit er auch für die folgenden Generationen noch eine Lebensgrundlage bilden kann. Dabei sind wir angewiesen auf die strengen und unabhängigen Kontrollen des Forest Stewardship Council (FSC), aber auch auf die Glaubwürdigkeit und Transparenz der politischen Institutionen im Herkunftsland. Erst wenn wir uns sicher sind, dass die Zusammenarbeit einem brasilianischen Lieferanten nicht die weitere Zerstörung des Waldes fördert, können wir neues Holz aus dem Land wieder in unser Sortiment aufnehmen.

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